Der Ex-ex-ex-Captain

Und plötzlich steht er wieder da. Unser Ex-ex-ex-Captain! Mann der ersten Stunde und Kämpfer des Oberdecks sowie der Kombüse. Bei der Schaffung der Schwojerboys war er Mutter, Vater, Götti und Tante gleichzeitig! Doch plötzlich tauchte er ab, da er 100 Kinder zeugte. Weil der jüngste Spross nun aber weit über 40 Jahre zählt — dieser also selbstständig auf Gottes Erde steht — feiert die Crew heuer die Rückkehr des Ur-Geschöpfs aller Captains dieser Welt. 

Der Captain, der Ex-Captain, der Ex-ex-Captain und die verbleibenden drei Deckschrubber und Wastetank-Leerer heissen dich herzlichst willkommen, lieber Luki. Schön, bist du wieder mit an Bord! 

Die Abtrünnigkeit

Klaus Kinski – ein Mensch mit zweifelsohne gotthaften Geistesblitzen – sagte mal: „Schlechtes Benehmen halten die Leute doch nur deswegen für eine Art Vorrecht, weil ihnen keiner aufs Maul haut“. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehn’. Denn glaube ich seit Jahren zu beobachten, dass dies mitnichten nur auf die Spezies Mensch, sondern nun unverkennbar auch auf die Wirbeltiere des Mittelmeers zutrifft. Mehrere Hundert Millionen Jahre waren sie uns verbündet. Schlüpften wir doch einst selbst aus deren Körper heraus, um an Land Beeren und Wurzeln zu fressen. Dies, bevor wir uns bekanntlich zurück zum Verpflegungsstandort Wasser besonnten, um die Fische – unsere Vorfahren – eines höheren Zwecks wegen direkt via Feuer in die humanen Mägen zu transferieren. Dem scheint heute nicht mehr so zu sein. Urplötzlich entwickelte sich der Fisch vom treuen Weggefährten zum rücksichtslosen Kiemen-Rüpel! Keine Spur mehr von Kooperation am Angelsilch. Schlechtes Benehmen von A biz Z. Es scheint die Zeit gekommen zu sein, in welcher das Schwojerboys Fischer-Ressort Herrn Kinskis Rat folgen soll. Fertig „merci für die schöne Zeit“ oder „ihr wart und bleibt immer ein Teil von uns“. Nein, die Phase der Deeskalation ist vorbei. 2024 wird aufs schuppige Maul gehauen! 

Über Ängste und Hoffnungen

Tausende von Höhenmetern über dem Meer verbrachte unser Captain seine letzten Monate. Ach, wie wohlig er sich dabei fühle, rieb er der Crew wieder und wieder unter die Nase. So oft tat er dies, dass unsereins anfing zu zweifeln, ob er überhaupt je wieder runter von diesen gegipfelten, tektonischen Platten steigen möge. Nächte mit seemännischen Existenzängsten drückten auf den so arg benötigten Schlaf. Tage mit sorgenvoller Miene strapazierten die Gesichtsmuskulatur derart, dass Rum, Suppe und andere Flüssigkeiten nicht mehr von Zunge zu Gaumen und zu Speiseröhre transportiert werden konnten, sondern wie Wasserfälle übers Kinn eine permanente Bleibe im Dickicht der grauen Brusthaare fand. Leidender Seelen ertrugen wir dieses Dasein. Wir ertrugen es bis zum Tage, an welchem der erhabene Schiffsführer dann doch noch Einsicht hatte und verlauten liess, er sei nun heruntergestiegen vom unsäglichen Hochland. Herunter bis zum Fusse des salzigen Meeres, um hinauszuschauen. Hinaus in die Weite. Sein Blick verfing sich erst bei der denkwürdigen Stiefelzusatzinsel. Weit unten, nahe dem alten Kontinent. Salzfeuchte Luft, die Liebe des Meeres, setzte sich auf seinem flechsigen Herzen nieder und füllte seine arg durch Zigarettenrauch und Landluft verdorbenen Lungenflügel. Es zog ihn also doch noch zurück auf die hohe See. Er berichtete dies sogleich seiner Crew. Diese entgegnete der Botschaft vorerst ungläubig. “Raubte die schlechte Höhenluft dem Alten den letzten Verstand?”, fragte sich so mancher. Oder durfte man sich tatsächlich wieder der Hoffnung und Freude ergeben, bald mit Kiel und Finne durch das weite Nass zu mäandrieren. Es sollte sich herausstellen, dass des Seemanns Gebete tatsächlich erhört wurden. Welch Erleichterung auf Seele, vergilbtem Fleisch und hölzernen Gliedmass jedes Schwojerboy.

Und trotzdem…

Die Hälfte unserer Crew besitzt Zertifikate der/des…

– TCS – “Schweizerischer Töffli Schleuderkurs 1”
– Primarschule Wil – “Neue deutsche Redewendungen – Ausgabe 1985”
– Freikirche Sonnenherz – “Estrich Yoga Erlebniskurse”
– Naturfreunde Thörishaus bei Walkringen i. E. – “Büsche richtig trimmen”
– IG Weiterbildung im Beruf – “Faxgeräte reparieren, ganz einfach”
– Ornithologenverein Bellelay Ost – “Die schönsten Vogelkäfige der Schweiz”

All diese durchaus achtungsvollen Fötzel nützen uns heuer jedoch leider wenig. Ein Zertifikat allein trennt heutzutage die Spreu vom Weizen resp. den Rum von der Leber. Ja, ihr wisst schon. Landauf, landab spricht man von nichts anderem mehr. Weshalb wir nun wieder mal dem Land den Rücken kehren und uns dem Wasser zuwenden. Denn dort gibt es für uns nur eins, Glückseeligkeit! Folgedessen und abschliessend nun noch ein uraltes Seemannssprichwort, welches besagt: “Ein Schwojer ist nur dann leicht verstimmt, wenn der Kiel mal oben schwimmt”.


Die Liebesdienerin

Um der Grussbotschaft der diesjährigen Schwojer-Destination gerecht zu werden, begab ich mich auf die Suche nach einem echten Malta-Kenner. Einer Person, welche mir über Land, Leute, Geschichte und Bräuche in allen Farben und Facetten berichten kann. Gesagt, getan. Eine WhatsApp Nachricht, ein Date, et voilà, N.B. aus B. – welche mir seit einigen Jahren ziemlich nahe steht – sitzt in meiner Küche und sieht mir – an einem Glas Gingerbeer nippend – beim Zubereiten einer Süsskartoffel-Rüeblisuppe zu. Wusstest du, dass Süsskartoffeln gar nicht zur Familie der Kartoffeln gehören? fragte ich sie. Sie: huh, …wusstest du, dass Becks gar keine Backwaren sondern Bier herstellt? Nun ja, so ging das Ganze noch ein wenig hin und her, bis wir schlussendlich auf Malta zu sprechen kamen. Es gibt so vieles zu sagen über Malta, …wo soll ich anfangen? Schau – sagte sie – mach dir nicht das Leben schwer! Kurz gesagt ist Malta wie eine Hure, …viele gingen da schon drüber! Tja, Phönizier, Römer, Osmanen, Araber, Europäer! Und das sind nur die, von denen man was dovon weiss. Touché! Da bleibt wohl nichts mehr anzufügen.

Die komplexe Geschichte der Rekrutierung

Ein kleines Schwojerlein – wollte nicht allein
aufs Boot, auf See, in Sturm und Wind, drum lädt er Zweiten ein

Zwei kleine Schwojerlein – die beide Captain sind
brauchen noch Matrosen, deshalb dritter Mann muss hin

Drei kleine Schwojerlein – noch immer nicht genug
drum sagt der Dritte „noch ein vierter Mann, das wäre klug“

Vier kleine Schwojerlein – nun kennen sich schon lang
doch muss ein fünfter Kerl noch her, denn nachts wirds Angst und Bang

Fünf kleine Schwojerlein – für Scopa schlechte Zahl
jetzt also noch ein sechster Typ, man hat ja keine Wahl

Sechs kleine Schwojerlein – ein Siebter muss noch her
die Crew ist nun komplett sonst liegt das Boot noch plötzlich quer

Der Captain

Wer hat schon in nur vier Monaten ein Schiff seetüchtig gemacht und drei Inseln erobert? Es versenkt und wieder geborgen und am Schluss verkauft?

Der neue Captain der Schwojerboys!

Rehabilitation auf dem Mittelmeer

Nachdem man sich 2016 in einer alten, runtergehurten Hütte in der Nähe einer korsischen Autobahn bei Ajaccio zum Clown gemacht hat, rehabilitiert sich der Schwojerboy dieses Jahr wieder auf dem salzigen Wasser. Vergessen sind die durch den landverdorbenen Geist getriebenen Amok-Käufe in mittelklassigen Blätterteig Boulangeries. Vergessen sind die wirren Spaziergänge durch die wie wildes Schamhaar zu Berge wachsenden Bambuswälder. Wir sind zurück auf den Seewegen. Zurück im türkis Nass. Zurück in unserer wahren Heimat – dem Mittelmeer. Schwojerboys 2017 reloaded

Über Götter und uns, Halbgötter

Wenn das tiefe Blau sich öffnen tut
der Urs schon längst drin, voll’ Übermut!
Und gar nicht weit weg, wer kanns verübeln
Ützes Thunfische sich drängen in vollen Kübeln!
Während zielbestrebt, mit voller Fahrt
flatternd im Wind ist Käptn’ Luki’s Bart!
Und wer das wohl, Füsse gegen innen geknickt
genüsslich ein Nachmittags-Schläflein nickt?
Die alte Crew, schon fast komplett
fehlt noch wer baut unter frei’ Himmel sein Bett!

Aber auf euer Neuen’ Blut, wartet das Abenteuer
seid bereit für Sturm und Wetter und nachbrandig’ Feuer
Willkommen, heissen Euch die Schwojerboys
Söhne von Aphrodite, Poseidon und Zeus!